IHR MÜSST NICHTS KÖNNEN.
Posing Guide.
Dieser Guide gibt Euch ein Gefühl dafür, was beim Shooting passiert, und was nicht. Ihr müsst keine Posen auswendig lernen. Aber wenn Ihr vorher ein bisschen rumspielt, kommt Ihr entspannter an. Authentizität schlägt Perfektion. Immer.
Ideen zum ausprobieren.
Bei mir wird wenig gestellt und viel beobachtet. Trotzdem gibt es ein paar Bewegungsmuster, die fast jedes Paar irgendwann auf seinen Bildern wiederfindet. Eine Umarmung, ein Lachen über die Schulter, ein Kuss, der gerade nicht passiert. Diese Posen haben Namen, die im Netz herumschwirren. Hier sind die, die mir am häufigsten begegnen, und so sehen sie bei mir aus.
Ihr müsst nichts davon auswendig lernen. Was hier steht, sind Anregungen, keine Hausaufgaben. Wenn Euch beim Durchscrollen etwas gefällt, sagt mir das vorher. Wenn nicht, fotografieren wir das, was zwischen Euch ohnehin passiert.
BACK TO BACK
Rücken an Rücken, jeder schaut in seine eigene Richtung. Eine der wenigen Posen, bei der Ihr Euch nicht ansehen müsst. Und genau deshalb wirkt sie so ruhig. Funktioniert besonders gut wenn man sich vor der Kamera erst aufwärmen muss.
almost kiss
Nah dran, aber noch nicht ganz. Die Spannung zwischen Euch, kurz bevor sich etwas auflöst. Das ist eine der wenigen Posen, die tatsächlich aus dem Stillstand entsteht — und genau deshalb so kraftvoll wirkt. Funktioniert in fast jedem Setting, von draußen bis zuhause.
Drunk walk
Lauft gemeinsam los, aber rempelt Euch dabei sanft an, zieht den anderen mit, macht plötzlich einen großen Schritt zur Seite. Kein Paar macht das gleich, und genau das ist der Witz. Was dabei meistens passiert: Ihr verliert die Balance, lacht, fangt Euch auf, lacht weiter.
wrap around
Einer schlingt die Arme um den anderen, beide kommen zur Ruhe. Weniger Dynamik als die anderen Posen, dafür unglaublich viel Nähe. Eines der intimsten Motive, das ich kenne. Und gleichzeitig eines, bei dem fast niemand verkrampft, weil keiner in die Kamera schauen muss.
piggyback
Einer trägt, einer lacht — meistens beide. Diese Pose bringt Euch sofort zum Auftauen, und die Bilder, die dabei entstehen, sind fast immer die ehrlichsten des ganzen Shootings. Auch für Paare gut, die sich vor der Kamera erst aufwärmen müssen.
Es gibt noch einige weitere Bewegungsmuster, die fast immer funktionieren.
Hand in Hand laufen, sich kurz ansehen, dann wieder weg
Rücken an Rücken sitzen, jeder schaut in seine eigene Richtung
Kopf auf Schulter, ruhig stehen oder sitzen
Umarmung von hinten, der andere lehnt sich an
Gemeinsam sitzen, im Gras, auf einer Treppe, auf einer Mauer
Stirn an Stirn, Augen zu, einfach atmen
Eine Hand auf das Herz des anderen legen
Kuss auf Hand, Wange oder Schulter, ohne in die Kamera zu schauen
Manchmal hilft es außerdem, wenn Ihr während des Shootings eine kleine Aufgabe habt. Das nimmt den Fokus weg von der Kamera und lenkt ihn auf Euch.
Sagt Euch gegenseitig drei Dinge, die Ihr aneinander mögt
Erzählt Euch eine Erinnerung an Eure erste gemeinsame Reise
Beschreibt dem anderen, was Ihr gerade fühlt, ohne nachzudenken
Versucht, dem anderen zwei Minuten lang in die Augen zu schauen, ohne zu lachen (klappt nie)
EIN HINWEIS ZUM SCHLUSS.
Was Ihr hier gesehen habt, sind die Posen, die ich am häufigsten umsetze, wenn Paare sie sich wünschen. Sie sind ein Teil dessen, was ich mache — aber nicht das Ganze.
Die meisten der Bilder, die Ihr nach unserem Termin behaltet, sind keine dieser benannten Posen. Sondern die Sekunden dazwischen. Ein Lachen, weil eine Pose schiefgeht. Ein Blick, kurz bevor wir zur nächsten Idee übergehen. Ein Moment, in dem keiner von Euch mehr weiß, was er machen soll, und genau deshalb wirklich Ihr selbst seid.
Diese Bilder kann man nicht in einen Guide schreiben. Aber sie passieren immer.